vor einem Monat habe ich mit diesem Artikel begonnen und er brach nach ein paar Zeilen ab, scheinbar fiel mir nichts Großartiges ein, was ich dazu schreiben soll

Dabei tritt diese Frage, als Meta-Frage erfreulicherweise in der letzten Zeit häufiger in mein Leben.
Meist in der Art, das irgendjemand mit dem Rollenspiel beginnen möchte und nach einem geeigneten System fragt, bzw. was er denn für Materialien braucht.

Was ist Rollenspiel?

Diese Frage ist wahrscheinlich so alt, wie das Rollenspiel selbst und schon bei meinen ersten Gehversuchen im Internet Mitte der Neunziger Jahre, hatte so ziemlich jede Website, die etwas auf sich hielt, einen Abschnitt mit dem Versuch diese Frage zu beantworten.

Ich werde dies hier mal anders machen, noch heute einmal in Google diese Frage reingeschmissen finden sich unzählige Seiten, einen Blick auf die ersten Seiten eines Grundregelwerks oder Einsteigerheftes und Ihr findet eine Erklärung.

Meist ein kleines Beispiel einer Szene bei einer laufenden Runde und ein wenig Blabla.

Aber dieses Blabla ist nunmal das wirklich interessante. Regeln lassen sich beleibig austauschen, Welten und Charaktere ebenso.

Ja! Blabla! Schön und gut aber was zur Hölle ist denn nun Rollenspiel

Für mich und ich kann es nur für mich beantworten ist Rollenspiel die Weiterentwicklung der typischen Spiele aus Kindertagen.
Als man mit chaotischer Krativität, welche nur Kinder und Psychopathen aufbringen können, in irgendwelche Rollen schlüpfte.

Man spielte Cowboy – Indianer, man spiele Räuber und Gendarm, Vater-Mutter-Kind (wobei der Junge meist die Beine in die Hand nahm und sich auf dem Bolzplatz versteckte). Manchme schlüpften in personifizierte Figuren, gab sich einen Fantasienamen und behielt den auch bei.

Ich denke die meisten von uns kennen solche Spiele.

Kennt Ihr diese Frage

Was hättet Ihr gemacht?

Wenn man ein Buch ließt, einen Film sieht und den Nebencharakter der in sein offensichtliches Verderben rennt, am liebsten zuschreien möchte: „BLEIB STEHEN!“

In unserer Form des Rollenspiels, beantworten wir die Frage.

Wir befinden uns in einer virtuellen Welt, sei es Fantasy wie bei Tolkien oder Star Wars / Trek oder MadMax Endzeitstimmung oder eine Welt von Zombies überrant, ganz gleich.

Unsere Spielfiguren handeln in dieser Welt und überleben oder vielleicht auch nicht.

Aber es ist vielleicht ein wenig mehr.

Alle Spieler die ich kenne, inklusive mir, stecken viel Arbeit in diese Spielfigur und aus der Spielfigur wird ein Charakter, eine virtuelle Person, mit allem drum und dran. Wir führen sie nicht über ein Spielbrett und sie handelt fremdbestimmt.

Der eigentliche Reiz besteht darin, nein nicht zu dieser Person zu werden, sondern diese (virtuelle) Person handeln zu lassen, so das zu der virtuellen Realität in der wir uns gerade befinden auch möglichst gut passt.

Findest Du scheisse, was ich hier schreibe? Findest Du das ein Grad zuviel Identifikation? Okay, das ist vollkommen richtig. Also richtig für Dich! Du spielst dann anders und daran ist nichts zu kritteln. Jeder spielt auf seine Art und Weise. Ich verweise drauf, das ich meine persönliche Meinung wiedergebe.

Für manche Spieler ist es auch kein Charakter, sondern ein Held, manche wollen das dieser Charakter (das ist mein Ausdruck für diese Spielfigur) möglichst mächtig ist, er soll die beste Ausrüstung haben, die Werte (son Regelkrempel) ist optimiert an seiner Klasse. Das nennt man gemeinhin Powergaming. Auch das ehrlich gesagt ist einfach mal okay, wichtig ist der Konsens innerhalb der Gruppe.

Ja sitzt Du dann irgendwo alleine in der Ecke und spinnst irgendwelche Geschichte

Ja, das tue ich auch aber das hat nur am Rande etwas damit zu tun. Ich beschäftige mich mit manchen meiner Charaktere in der Tat so, wenn ich sie entwickeln möchte, ihnen ein tieferes Profil geben möchte, dann mache ich mir in der Tat auf diese Art Gedanken und lasse sie in meinen Kopf handeln.

Aber nein, ein Spiel, zumindest das Rollenspiel das ich hier meine, allgemein als Paper&Pen oder auch Tischrollenspiel genannt, wird anders gespielt. Viele Worte möchte ich da gar nicht mehr drüber verlieren, nur soviel.

Es wird in einer Gruppe von Spielern gespielt.

Diese Gruppe spaltet sich in zwei Untergruppen auf, auf der einen Seite die Spieler und auf der anderen Seite der Spielleiter, manchmal Meister genannt. Dies ist in der Regel eine n:1 Beziehung.

Das Wort Meister mag ich nicht, nicht weil ich da Angst habe, es würden irgendwelche Leute ihre heiligen Schriften beiseitelegen und sich über Sekten ereifern sondern weil es einen mittlerweile überholten Machtanspruch des Spielleiters mit sich bringt.

Der Spielleiter ist für mich ein Teil der Spielgemeinschaft, der einfach eine andere Rolle mit einnimmt, diese bringt natürlich gewisse Dinge an Verpflichtungen mit sich aber trotzdem ist er dem Spieler nicht überlegen, sollte es zumindest nicht sein.

Du bist wieder anderer Meinung? Der Spielleiter hat die alleinige Macht und der Spieler muß damit umgehen oder gehen?

Okay. Ich mag das nicht aber wenn es für Dich gut ist, dann ist es gut so.

Der Spielleiter hat unterschiedliche Aufgaben, er füllt die virtuelle Welt mit Leben, er denkt sich eine Geschichte aus und die Spieler handeln in dieser. Er sollte die Regeln etwas besser kennen, zumindest die Regeln die angewand werden. Er hat die Macht diese an seine Bedürfnisse anzupassen aber hier sollte mit den Spielern dies in einer Übereinstimmung stattfinden, damit es nicht zu einer Verstimmung kommt.

Wie gesagt, der Spieler handelt im Rahmen der Geschichte, er spielt den Protagonisten und somit erweitert er die Geschichte interaktiv und die Aufgabe des Spielleiters ist es wiederrum sich darauf einzustellen und darauf einzugehen.

Und was brauch ich dazu?

Nunja, einen Stift und Papier. Ansich reicht das erstmal aus.

Sicherlich wären noch andere Materialien ganz gut, ein Regelwerk zum Beispiel. Also das Regelwerk zu dem ganz bestimmten System das ihr spielen wollt. Vielleicht braucht man dann irgendwann noch Hintergrundmaterialien, Bücher in denen die Welt detalierter beschrieben wird zum Beispiel. Ein paar Figuren wenn ihr eine taktische Komponente noch mit einbauen wollt. Hintergrundmusik, wenn Ihr dem Ganzen vielleicht dadurch den Aufbau von Atmosphäre unterstützen wollt und Würfel oder was das bestimmte Regelsystem an Hilfsmittel für Zufallselemente so vorsieht.

Als Spieler brauchst Du aber in erster Linie wenn Du anfängst erstmal nichts anderes als Stift, Papier und Deinen Kopf, also Deine Kreativität und die Neugierde mal was Neues auszuprobieren.

Was ist das beste…

Das Beste was? Rollenspiel? Wie Du am besten spielst?

Da sag ich einfach gar nichts, es gibt nicht das beste Rollenspiel und schon gar nicht den besten Rollenspielstil.

Spielt einfach, wie Ihr spielt das entwickelt sich und diese Entwicklung ist solange Ihr spielt niemals zuende.

Was die Systeme angeht. Hier ist wohl das beste Rollenspiel, das was Euch, also Deiner Gruppe und Dir am meisten Spaß macht.

Für mich ist dies aktuell vielleicht Iron Kingdoms und Star Wars: am Rande des Imperiums. Allerdings gibt es eine vielzahl an Systemen mehr, die mir wirklich gut gefallen und eins davon gehe ich gleich spielen und zwar Alternity Stardrive und daher bringe ich den Artikel mal zuende.

Egal für was Ihr euch entscheidet, ich wünsche Euch viel Spaß dabei und lasst die Würfel rollen.

#wasistrollenspiel #rollenspielanfänger


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